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Kalkdünger – um was handelt es sich dabei eigentlich?

Seit Generationen bringt es der Spruch: Kalk macht Väter reich und Söhne arm, direkt auf den Punkt. Denn, wenn Sie in Ihrem Garten zu viel Kalkdünger ausbringen, wird der Abbau von wertvollem Humus begünstigt. Es werden zwar kurzfristig etliche Nährstoffe im Boden freigesetzt, langfristig wird dieser jedoch ausgelaugt. Verringert sich also der Humusgehalt, verliert die Bodenstruktur an Qualität und Speichervermögen für Nährstoffe, Sauerstoff und Wasser.

Wirkungsweise von Kalkdünger

Eine exakt dosierte Kalk-Düngung hat allerdings viele positive Auswirkungen:
– Kalkdünger wirkt neutralisiert auf die Bodensäure und somit einer langsamen Versauerung des Erdbodens entgegen.
– Des Weiteren verbindet Kalk minimale Tonteilchen, sodass größere Krümel entstehen. Hierdurch wird die biologische Aktivität von Mikroorganismen gefördert.
Kalkdünger zeigt zudem vielfältige indirekte Auswirkungen:
– Die Nährstoffe des Düngers werden deutlich besser von den Gewächsen aufgenommen, die Bodenstruktur wird mittels der ausgeflockten Tonkrümel verbessert und somit auch die Fähigkeit Sauerstoff und Wasser besser zu speichern.
– Letzteres verringert wiederum die Gefahr der Verschlämmung und begünstigt im Frühjahr die schnellere Bodenerwärmung.

Kalkmangel durch Zeigerpflanzen entdecken

Um Hinweise zum Kalkhaushalt Ihres Gartenbodens zu erhalten, lassen sich unterschiedliche sogenannte Zeigerpflanzen einsetzen. Einen niedrigen Kalkgehalt zeigen Ihnen zum Beispiel Gewächse wie Hasenklee, Hundskamille und Bauernsenf, Dreiblättriger Ehrenpreis, Kleiner Sauerampfer und Sand-Stiefmütterchen sowie verschiedene Moosarten und Acker-Schachtelhalm durch gutes Gedeihen an.

Kalkmangel bewirkt allerdings bei manchen Gartenpflanzen Wachstumsstörungen. Typische Merkmale hierfür sind zum Beispiel eine gelbe Färbung junger Blätter und eingetrocknete Triebspitzen. Tomaten zeigen bei Kalkmangel im Boden oft eine Blütenendfäule, Quitten und Äpfel bekommen auf sauren Erdböden winzige bräunliche Punkte auf ihrer Schale (Stippe), die oftmals für braune Flecken im Inneren verantwortlich ist.

Mithilfe einer Bodenanalyse die Kalkwerte ermitteln

Um in Ihrem Gartenboden den exakten Kalkgehalt zu ermitteln, kann Ihnen eine Bodenanalyse weiterhelfen. Dies kann durch ein Labor erfolgen, ist allerdings auch als grobe Einschätzung mittels Testset (Gartenmarkt) durchzuführen. Wer es ganz genau erfahren möchte, kann per elektronischem pH-Messgerät (hohes Preisniveau) die aktuellen Werte des Bodens ermitteln. Welche Art Test Sie auch wählen, das Ergebnis ist nur ein Anhaltspunkt, da pH-Werte über die realen Säure-/Kalkgehalte nur bedingt Auskunft geben. So verfügen Lehmböden über eine deutlich bessere Pufferung als sandige Erdböden – dies besagt, dass bei gleichem pH-Wert der Säuregehalt wesentlich höher liegen kann.

Kalkdünger schont Ihren Gartenboden

Kalkdünger (Gartenkalk) besteht aus gemahlenem Kalkgestein (kohlensaurer Kalk), welches über eine geringe Menge Magnesium verfügt. Dieser wird hauptsächlich für Leichte bis mittlere Erdböden verwendet und sollte idealerweise im Herbst/Winter ausgebracht werden. Normaler Kalkdünger wirkt sich langsam sowie schonend auf Ihren Gartenboden aus. Produkte mit sehr hohem Anteil Magnesium erhalten Sie auch unter der Bezeichnung Dolomitkalk. Dieser ist speziell für Pflanzen wie zum Beispiel Nadelgehölze geeignet, die extrem viel Magnesium benötigen. Um Ihren Gartenboden regelmäßig mit einer Erhaltungskalkung zu versorgen, sollte der gewählte Kalkdünger einen Magnesiumanteil von maximal zehn Prozent besitzen.