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Pilzbefall im Garten – sind Hexenkreise das Todesurteil für Ihren Rasen?

Sie möchten Ihren bis ins Detail gepflegten Rasen aus dem Fenster heraus betrachten. Während Sie an besagtes Fenster herantreten, macht sich Beruhigung breit. Alles wie immer. Bei einem Blick in Nachbars Garten machen Sie jedoch eine schreckliche Entdeckung – mitten auf dem Rasen befindet sich ein riesiger Kreis aus Pilzen. Wie Sie dem Befall dieser Erscheinung entgehen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Entstehung
Der bisher unsichtbare Übeltäter treibt bereits seit längerer Zeit sein Unwesen im Garten der Nachbarschaft, nur lediglich ohne deren Wissen. Die unschöne Erscheinung auf Ihrem Rasen nennt sind Hexenring und entsteht aufgrund von Pilzverpflechtungen – dem sogenannten Myzel – im Boden. Dessen Fruchtkörper nehmen bei Erblicken des Tageslichtes eine ringförmige Gestalt an. In den meisten Fällen zerstören diese Hexenringe lediglich das Bild des gut gepflegten Rasens, weniger aber ihn selbst. Das Myzel stirbt außerdem nach einer unbestimmten Zeit von selbst wieder ab. Somit muss diese Erscheinung nicht zwingend entfernt werden, sofern dies dem Einzelnen die relativ aufwändige Arbeit nicht wert ist.

Vorbeugung
Bevor die eigentliche Bekämpfung des Hexenringes notwendig wird, können verschiedene Schritte im Voraus dabei helfen, diese gar nicht erst angehen zu müssen.
Der bevorzugte Lebens- und Entstehungsraum dieser Pilze ist feuchter, nährstoffarmer Boden. Deshalb sollten Sie zunächst sicherstellen, dass alle Stellen des Rasens mindestens gelegentlich durch die Sonne bestrahlt werden, damit der Gefahr der dauerhaften Feuchtigkeit des Rasens in diesem Bereich aus dem Weg gegangen werden kann. Durch eine sogenannte Bodenanalyse ist es weiterhin möglich, in Erfahrung zu bringen, wie nährstoffreich der Boden in Ihrem Garten ist. Ist der Nährstoffgehalt eher schlecht, sollte dem Ausbruch von Hexenringen mit regelmäßiger Düngung entgegengewirkt werden. Die Feuchtigkeit der oberen Schicht des Bodens lässt sich unter anderem durch das Entfernen von Rasenfilz durch Vertikulation regulieren beziehungsweise minimieren, da dieser die Feuchte auffängt und das Ablaufen in den Untergrund erschwert oder gar verhindert.

Bekämpfung
Ist es für die Vorbeugung zu spät, weil die Pilze bereits die Oberfläche verunstalten, kann eine Behandlung des Rasens beziehungsweise des Bodens in den meisten Fällen leider ebenfalls nicht mehr allzu viel ausrichten. Dennoch gibt es einige Methoden, die zielführend sein und das gewünschte Ergebnis herbeiführen können.
Die Verwendung von Fungiziden für die Entfernung der lästigen Auswüchse im Rasen ist aus Umweltschutzgründen in Deutschland verboten. Deshalb können zur effektiven Bekämpfung nur mechanische Hilfsmittel eingesetzt werden.
Zunächst sollten Sie den Boden lüften. Neben dem Entfernen von Rasenfilz kann mit speziellem Werkzeug an den betroffenen Stellen eingestochen werden, damit die Luft in den Boden gelangt. Daraufhin werden die entstandenen Löcher mit Sand zugeschüttet, um die erneute Bodenverdichtung zu verhindern, wodurch die Belüftung erneut behindert werden würde.
Zudem könne Sie versuchen, das Pilzgeflecht mit einer Grabegabel oder einer Stachelwalze zu zerteilen, um auf diese Art die Ausbildung weiterer Fruchtkörper zu verhindern.
Erzielen diese Methoden keinen Erfolg, bleibt nur noch die Möglichkeit, den Boden rund um den Hexenring großzügig fünfzehn bis zwanzig Zentimeter tief abzutragen, die abgetragenen Bereiche mit frischer Erde aufzufüllen und neuen Rasen zu sähen.