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Was ist Kalkdünger

Kalk scheint gemeinhin ein Qualitätsmerkmal deutscher Gärtnerkultur zu sein: Lockt der Frühling mit den ersten Sonnenstrahlen, verteilt der fleißige Gärtner gut gemeint Kalk auf Rasen und Beeten. Jedoch gibt es bei der Anwendung von Kalk und Kalkdünger im Garten einiges zu beachten, ansonsten wartet Gartenfrust statt Gartenlust auf den Hobbygärtner.

Mit Kalk düngen, aber richtig!
Wird zuviel Kalk im Garten verteilt, wird der Abbau von wertvollem Humus gefördert. Zwar erreicht man so eine kurzfristige Freisetzung vieler Nährstoffe, die einen Erfolg im Wachstum und Blüte bringen, langfristig sorgt man jedoch so für eine Auslaugung des Bodens, da Nährstoffe zu schnell und zu konzentriert freigesetzt werden.
Schwindet der Humusgehalt zu schnell, verschlechtert das die Bodenbeschaffenheit im heimischen Garten. Das Speichervermögen des Gartens für Luft, Nährstoffe und Wasser nimmt ab.

Eine gut bedachte, fachkundige punktuelle Düngung mit Kalk kann hingegen viele positive Wirkungen entfalten: Eine Versauerung des Bodens, die Rasen und Pflanzen ebenfalls zusetzt, beginnt schleichend und nimmt stetig zu. Mit Kalk kann man diesem Prozess gezielt entgegen wirken. Die Bodensäure wird mit gekonntem Einsatz neutralisiert. Ebenfalls kann bedacht eingesetzter Kalk die Bodenaktivität wichtiger Mikroorganismen positiv beeinflussen und so für eine guten Bodenbeschaffenheit sorgen. So werden Nährstoffe von Pflanzen und Rasen besser aufgenommen, die Bodenstruktur wird verbessert.
Eine Kalkdüngung im Frühjahr hilft dem Boden, sich rascher zu erwärmen. Dies liegt daran, dass der gezielte Einsatz von Kalk die im Boden befindlichen Tonteilchen zu größeren Krümeln zusammenführt. Die Speicherkapazität des Bodens für Wasser nimmt zu. Die Verschlämmungsgefahr durch ausgiebige Regenfälle nimmt ab.

Kalkmangel im Boden bestimmen
Um eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk im Garten zu verhindern, kann eine Bodenprobe Aufschluss geben. Allerdings ist der Gang mit einer Bodenprobe in die Gärtnerei nicht unbedingt notwendig. Sogenannte Zeigerpflanzen können helfen, eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk im heimischen Garten aufzudecken. Liegt eine Unterversorgung mit Kalk vor, wachsen Pflanzen und Unkräuter wie Bauernsenf, Hasenklee, Dreiblättriger Ehrenpreis, Hundskamille, Kleiner Sauerampfer, verschiedene Moosarten und der gefürchtete Acker-Schachtelhalm besonders gut.
Zeigen Zierpflanzen gelbe Blätter und eingetrocknete Triebspitzen kann eine Unterversorgung mit Kalk die Ursache sein. Kalkdünger liefert wertvolles Calcium, welches für stabile Zellwände der Pflanzen sorgt.
Bei Obstbäumen weisen kleine braune Flecken an den Früchten auf einen zu sauren Boden hin. Im Frühjahr aufgebrachter Kalk kann hier Abhilfe schaffen.

Welcher Kalkdünger für welchen Garten
Je nach Beschaffenheit des Bodens und erforderlichen Nährstoffen für Pflanzen und/oder Rasen bietet der Fachhandel unterschiedliche kalkhaltige Dünger. Am wohl bekanntesten ist der Gartenkalk, der aus Kalkgestein besteht und einen geringen Magnesiumanteil aufweist. Die optimale Zeit, um Gartenkalk auszubringen ist Herbst oder früher Winter.
Weitere Kalkdünger sind zum Beispiel Gesteinsmehl, Branntkalk, Löschkalk, Kalkmergel oder Gartenkalk. In Gärtnereien können Bodenproben analysiert werden, um den richtigen Kalkdünger zu wählen.